Samstag, 15. November 2014

Lumpia - vegetarische Frühlingsrollen



Man nehme gesundes Gemüse, gebratenen Tofu und einige Glasnudeln, hülle sie in in einen Teig und frittiere sie dann. Irgendwie paradox, aber wer liebt sie nicht, die goldbraunen Frühlingsrollen? Ob diese nun indonesisch oder chinesisch sind, ist schwer zu entscheiden, da sie ursprünglich aus China kommen, Wikipedia jedoch meint, dass es auch indonesische Varianten gebe, die von den chinesischen Exilanten dorthin gebracht wurden. Die Frühlingsrollen meiner Schwiegermutter lassen sich nicht in die dort genannten Varianten einordnen, sondern sind vielmehr eine Kombination derselben.

Da sie vegetarisch sind, eignen sie sich super als samstägliches Essen im Hause Schnitzel, da es an diesem Tag wie schon berichtet selten Fleisch gibt, aber genügend Zeit zum Kochen vorhanden ist, um auch etwas aufwendigeres wie diese Frühlingsrollen zu fabrizieren. Der eigentliche Garvorgang der einzelnen Rollen dauert dabei zwar nicht so lange, aber das Schneiden ist eine Fleißarbeit wie auch das Frittieren der Menge, welche einem die Anzahl an Blättern in einer Teig-Verpackung vorgibt. Wer übrigens nicht auf etwas Fleisch verzichten will, kann mit dem Tofu auch etwas Hackfleisch vom Schwein oder Huhn anbraten; auch meine Familie meinte beim Essen teilweise wieder, dass ich sie darben ließe, weil es kein Fleisch gebe, aber für meinen Bruder sollte Fleisch auch jeden Tag auf dem Speiseplan stehen, er ist also kein Maßstab. Schließlich hat es ihm aber doch sehr gut geschmeckt, was neben dem außerordentlich guten Geschmack bestimmt auch daran lag, dass er nahezu alle Rollen gerollt hat und das sogar besser als ich Grobmotoriker das vermocht hätte.

Reisfelder auf Bali

Heute Morgen habe ich auf dem Markt und im Bioladen alle nötigen Zutaten besorgt (bis auf den Teig, denn davon hatte ich noch eine Packung eingefroren, was wunderbar funktioniert) und mich mittags fröhlich ans Werk gemacht. Endlich sollten auch einmal etwas bessere Fotos  als in den letzten Posts entstehen, da Zeit und vor allem Tageslicht vorhanden war. Auf den ersten Bildern sieht man auch tatsächlich die guten Lichtverhältnisse, weil die Sonne direkt durch mein Küchenfenster schien, doch schon nach wenigen Minuten wurde ich von fiesen Wolken jäh aus meinen Traum von guten Bildern gerissen. Deshalb gibt es leider wieder nur durchschnittliche Bilder. Nach dieser Enttäuschung habe ich aber den Entschluss gefasst, in naher Zukunft ein wenig Geld in Leuchtmittel zu investieren und mich etwas mehr mit Food-Fotografie zu beschäftigen, damit ich als Perfektionist etwas befriedigter auf meinen eigenen Blog schauen kann. Nun zum Rezept, dem ich auch eine Anleitung zum Rollen beigefügt habe.

Lumpia
Hauptgang für 6 Personen und Vorspeise für mindestens 10 Personen
  • 1 Packung Frühlingsrollenteig (40 Blätter, die großen)
  • 300 g Weißkohl, in feinen Streifen
  • 300 g Möhren, in feinen Streifen
  • 300 g Mungobohnenkeimlinge
  • 300 g Tofu
  • 3 Stangen Staudensellerie
  • 5 Frühlingszwiebeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 Schalotte
  • 75 g Glasnudeln 
  •  Ketjap Asin (=helle Sojasauce)
  •  Salz und Pfeffer
  •  Öl zum Frittieren

Den Weißkohl, die Möhren, den Staudensellerie und die Frühlingszwiebeln in sehr feine Stifte / Streifen schneiden und in einer großen Schüssel vermengen. Mungobohnenkeimlinge waschen, in der Salatschleuder trockenschleudern und ebenso zum Gemüse geben.


Knoblauch und Schalotte in kleine Würfel schneiden, ebenso den Tofu in Würfel mit einer Kantenlänge von 5 mm schneiden und beides zusammen bei mittlerhitze in neutralem Pflanzenöl langsam knusprig braten, dann mit ungefähr einem Esslöffeln Ketjap Asin würzen, abkühlen lassen und zum Gemüse geben.

                      
                                    
Die Glasnudeln ungefähr 3-5 Minuten in heißem Wasser einweichen, abtropfen lassen, in ungefähr 3 cm lange Stücke teilen und zum Gemüse geben. Die Mischung mit Salz, Pfeffer, einer Prise Zucker und Ketjap Asin abschmecken.

Nun zum Rollen: Ein Frühlingsrollenblatt auf einem Backpapier mit einer Ecke zum Körper gerichtet ausbreiten. Nun in die Mitte des Blattes ungefähr 3 Esslöffel der Gemüsemischung geben. Die Ecke, die zum Körper zeigt, über das Gemüse legen, die Handkante hinter das Gemüse drücken und dieses im Teig zum Körper schieben, so dass es fest im Teig eingeschlossen ist. Nun eine halbe Umdrehung rollen und dann die seitlichen Ecken bis zur Mitte der Rolle einschlagen. Dann weiterrollen und bevor die obere Ecke ganz am Teig klebt, diese mit etwas Wasser einstreichen, dass sie auch wirklich am Teig haften bleibt. Das war es schon :) Ich habe versucht, euch eine Schritt für Schritt - Bildanleitung zu geben oder ihr schaut euch alternativ einfach einen Youtube-Clip an, beispielsweise den, welchen ich unter dem Bild verlinkt habe.


Rolltechnik, vgl. auch http://www.youtube.com/watch?v=hwd98hGsZPw ab 2:50 min


So sollten die Lumpia ungefähr aussehen. Wichtig ist, dass sie an den Enden nicht offen sind, da sonst das Fett in die Rollen eindringt und das Gemüse verbrennt, es außerdem "explodieren" kann, weil die Füllung noch feucht ist.

Nachdem nun die Rollen geformt sind, sie in Öl goldbraun frittieren. Dabei müssen sie nicht zwangsläufig schwimmen, sondern können auch nur bis zur Hälfte im Fett liegen, man muss sie dann eben nur nach umdrehen, sobald sie hälftig fertig sind.

Die Frühlingsrollen nach dem Frittieren auf Küchenkrepp oder einem Geschirrtuch entfetten und mit Sweet Chili - Sauce oder einem anderen Dip genießen. Selamat makan!



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