Donnerstag, 5. März 2015

Perkedel jagung und Sambal - oder: asiatisch auf den zweiten Blick


Ja, auch wenn man es auf dem Foto vielleicht zuerst nicht erahnen kann – diesen hübschen Retro-Teller habe ich bei meiner Oma abgestaubt – ging es heute in der schnitzel’schen Küche wieder indonesisch zu, zumindest teilweise. Als ich „Perkedel“ in dem Buch „Die indonesische Küche“ vom Sri Owen gelesen habe, war ich im Laufe der weiteren Lektüre etwas verwundert, weil ich Perkedel bisher nur in der Version meiner Schwiegermutter in spe kannte und ihre ganz anders sind. Mittlerweile hat sich aber herausgestellt, dass Perkedel wohl einfach Küchlein sind und das erklärt natürlich alles. Jagung heißt Mais, den ich die Indonesier im Urlaub tatsächlich oft verzehren sah. Im Netz finden sich wenige Rezepte für dieses Gericht, die jedoch alle Garnelen enthalten. Die Zugabe derselben schlägt Sri Owens auch optional vor, da ich zurzeit jedoch jegliche Sorte von Fleisch faste – o man, ich vermisse es, obwohl ich normalerweise auch nur zwei-dreimal die Woche welches esse, aber wenn man nicht „darf“…- hab ich sie weggelassen.

Ich dachte erst, dass sie vielleicht etwas knuspriger werden, aber letztendlich war ich froh, dass sie überhaupt zusammengehalten haben, was ich zunächst nicht erwartet habe, als ich den Teig sah. Vielleicht hätte ich den Mais etwas mehr zerkleinern müssen, aber so haben die Maiskörner den nötigen Knack gegeben und ich habe nichts vermisst. Weil man in den Teig auch etwas Sambal (oelek / ulek) geben sollte, habe ich gleich ein balinesisches Sambal tomat gemacht, wozu ich euch auch das Rezept geben kann. In einem desinfizierten Glas hält dieses bis zu 3 Wochen; die Indonesier essen es zu allem, was knusprig ist, also auch Flammkuchen und Pizza :P

Dazu gab es noch einen Salat mit meinem Standard-Asia-Salatdressing, das ich in Folge eines Besuchs beim Japaner entwickelt habe; für Interessierte: es besteht aus 1 EL geröstetem Sesamöl, 1 EL Erdnussöl, 1 EL mildem Weiß-oder Reisweinessig, 1 EL Brühe, 1 EL Ketjap asin, 1 TL Zucker und einem Spritzer Senf.

Der Geschmack der Küchlein hat mich wirklich sehr überzeugt und deshalb gibt es jetzt hier das Rezept und irgendwann auch eine ausführliche Rezension zum Buch, die schon fertig ist, jedoch in einem Rezept verarbeitet ist, für das es noch kein schönes Foto gibt.


Sambal tomat
Ergibt ein kleines Marmeladengläschen voller köstlicher und nicht zu scharfer Chilisauce

  •    200g Tomaten (aus der Dose oder frisch)
  •    2 Chili-Schoten
  •    1 Kemirinuss
  •    1 Schalotte
  •    1 Zehe Knoblauch
  •    Optional 1 TL Garnelenpaste
  •    1 EL Ketjap asin
  •    Saft einer halben Limette
  •    Ingwer, fingernagelgroß

Die Kemirinuss grob zerdrücken, die Splitter rösten und wieder aus dem Topf nehmen. Schalotte und Knoblauch klein schneiden und bei schwacher Hitze langsam glasig schwitzen. Chili-Schoten ebenfalls in Ringe schneiden (wer es nicht so scharf mag, der entfernt die Kerne) und kurz mit anschwitzen. Garnelenpaste optional hinzugeben und nach kurzem Anschwitzen mit Ketjap asin und Limettensaft ablöschen. Tomaten, Kemiri und Ingwer hinzugeben und mindestens 30 min bei schwacher Hitze köcheln lassen. Nun ebenfalls optional mit den Stabmixer zu einer glatten Paste verarbeiten und noch heiß in das Glas füllen.

Perkedel jagung
2 Personen

  •    150 g mehligkochende Kartoffeln
  •    1 Dose Mais mit 285g Abtropfgewicht
  •    2 EL gehackte Frühlingszwiebeln oder Schnittlauch
  •    1 EL gehackte glatte Petersilie
  •    1 TL gemahlener Koriander
  •    1 TL Sambal tomat
  •    1 EL Reis- oder Weizenmehl
  •    1 TL Salz
  •    1 Ei
  •    (100g gehackte Garnelen)

Die Kartoffel gar kochen und zu Püree verarbeiten. Den Mais aus der Dose befreien, abspülen und abtropfen. Nun die Körner leicht andrücken, dass er nicht in der Pfanne springt. Die Korianderkörner kurz anrösten und dann im Mörser mahlen. Alle Zutaten vermengen und 6-8 Küchlein bei mittlerer Hitze langsam braten. Auf Küchenpapier abtropfen lassen und mit Sambal servieren.


Selamat makan!

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