Sonntag, 15. März 2015

Street Food Market Kopenhagen und andere Tipps für die Hauptstadt Dänemarks

Kopenhagen vom Turm der Erlöserkirche fotografiert
Streetfood ist im Trend. Das ist schwer zu leugnen bei Kochbuchveröffentlichungen wie „Auf die Hand“ von Steven Paul, dessen Rezepte seit der Erscheinung auch durch zahlreiche Blogs geistern. Auch wenn ich normalerweise ungern Trends folge, kann ich mich diesem doch nicht entziehen, weil handwerklich gut gemachtes Streetfood meist bodenständiges Soulfood mit exotischem Einschlag ist, also genau das, was ich persönlich mag und auch koche.

Ich berichte heute vom Street Food Market in Kopenhagen. Dieser befindet sich in einer alten Papier-Lagerhalle auf der Papierøen und hat dementsprechend auch eine Industrial-Atmosphäre. Es befinden sich um die 30 Food-Trucks- und –Stände in der Halle, die von koreanischem Bibimbab über türkische Mezze, kolumbianische Essen, Craft-Bier und Wein alles anbieten, was das Foodie-Herz begehrt. Es gibt mehrere Burgerstände, dänische Spezialitäten und natürlich auch Nachtische. (Leider muss diese Beschreibung reichen, um einen Eindruck zu vermitteln, da die Lichtverhältnisse für meine kleine Knipse zu dunkel und die Halle recht voll war, sodass die Bilder qualitativ nicht vorzeigbar sind.)

So sieht es von außen aus
Natürlich muss man nicht im Stehen essen, sondern kann sich entweder online einen Tisch in der Mitte der Halle reservieren, dort Getränke bestellen und dann ausschwärmen, um sich die Gerichte, die zwischen 5 und 10 Euro kosten, zu besorgen, oder man setzt sich einfach bei einem spontanen Besuch an einen nicht-reservierbaren Tisch bei einem Truck; im Sommer stehen auch Stühle vor der Halle direkt am Wasser. Abends wird Bingo gespielt und es gibt Live-Musik / einen DJ, sodass die Disco-Kuh(gel) – ja es ist tatsächlich eine Disco-Kugel in Form einer Kuh – sich auch wohlfühlt.

Ich habe dort bereits den Pulled-Pork-Burger, die türkischen Mezze und die Pommes, die in Entenfett frittiert werden, frittierte Kochbananen, verschiedene Dim Sum, French Toast und koreanische Süßkartoffelnudeln mit Bulgogi probiert. Außer dem French Toast war alles von solider Qualität, die koreanischen Nudeln, die Dim Sum und die Kochbananen waren sehr gut - wobei ,mein Rezept' für Siomai besser ist ;) -, die Pommes absolut fantastisch, die besten, die ich je gegessen habe. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich von diesem Platz nun wirklich begeistert bin. Die Qualität der Speisen ist insgesamt wie gesagt solide, die Auswahl und die Atmosphäre allerdings ein klares Argument für den Street Food Market. Gerade wenn man die Papierøen mit einer Gruppe besucht, kann sich dort jeder holen, was er essen will, und man kann trotzdem zusammensitzen. Auch wenn man beispielsweise Chistania tagsüber besucht, sollte man dem Street Food Market definitiv einen Besuch abstatten.

Frittierte Kochbananen mit Guacamole, French Toast und verschiedene Dim Sum
Sieht zwar etwas aus wie Gummibärchen, schmeckt aber sehr gut. Koreanische Süßkartoffelnudeln, Bulgogi, Reis und Gemüse
In Kopenhagen ist die gastronomische Qualität allerdings so hoch, dass er nicht nur in dieser Kategorie nicht außerordentlich hervorzuheben ist. Da ich mittlerweile hier schon einige gute Erfahrungen gemacht habe, schreibe ich einige Tipps für den Foodie in Kopenhagen hier nieder.

Torvehallerne: Markt- und Verkaufshallen mit Ständen für Essen wie Sushi, Smörrebröd und Tapas, sowie Gemüse-, Fisch-, Gewürz-, Fleisch- und Spezialitätenhändler direkt an der S-Station Nørreport. Wer gute Lebensmittel oder einen schnellen Lunch sucht ist in den Torvehallerne oder auf dem Markt zwischen den zwei Hallen gut aufgehoben.

Aamanns Deli: Hier gibt es wirklich hervorragendes Smörrebröd, das jedoch nicht ganz günstig ist. Es werden in stylisher Atmosphäre sowohl klassische Variationen wie Hühnchen- oder Heringssalat als auch moderne Interpretationen des dänischen ‚Butterbrotes‘ angeboten, das soviel mehr ist als der Name verspricht; dabei will ich natürlich nicht sagen, dass ein ganz normales Butterbrot nicht auch ein Hochgenuss sein kann.

Höst: Auf der Suche nach nicht-besternten und etwas günstigeren Restaurants, welche die New Nordic Cuisine servieren, bin ich auf das Höst gestoßen. Mit meiner Freundin habe ich hier ein hervorragendes Menü gegessen, das den Vergleich mit meinen Sterne-Erfahrungen keinesfalls scheuen muss. Es wir reduzierte, leichte Küche mit regionalen Zutaten geboten, also genau das, was ich von der New Nordic Cuisine erwartet habe. Das Personal war sehr freundlich und aufmerksam, die ganze Atmosphäre locker und unverkrampft. Wenn nicht noch einige andere Restaurants dieser Kategorie auf meiner Liste stehen würden, würde ich sofort morgen wieder hingehen. 

Also: Flug buchen, Fahrrad mieten und los geht es ins kulinarische Paradies Kopenhagen :)

Zum Schluss die obligatorische 'Kleine Meerjungfrau'

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