Freitag, 24. April 2015

Paprika-Rhabarber-Suppe mit Spargel-Einlage - oder: Der amoralische Fleischkonsum des animal rationale


Über dieses Gericht an sich gibt es heute mal nicht viel zu sagen; ich habe die Suppe in einer Kochsendung gesehen und da verrückte Kombinationen mich grundsätzlich neugierig machen und ich dem ungeliebten Rhabarber schon lange wieder einmal eine Chance geben wollte, habe ich diese Suppe heute leicht verändert nachgekocht. Sie hat überzeugt und deshalb will ich sie euch nicht vorenthalten. 

Damit wird das dritte vegetarische Rezept in Folge präsentiert und ich erfülle auch meine ursprünglich angestrebte Maxime des verantwortungsvollen Bloggens wieder in stärkerem Maße als in den letzten Wochen. Zwar habe ich die Fleischmengen in den Rezepten bisher immer relativ gering gehalten, doch es wurden leider hauptsächlich Rezepte mit Fleisch vorgestellt - was jedoch zu einem guten Teil der deftigeren Winterküche geschuldet ist-, obwohl es dieses auch bei mir in der Woche selten öfters als ein-zweimal gibt. Es entspricht dem aktuellen Trend, bewusst auf Fleisch zu verzichten, sei es ganz oder wenigstens soweit als jedem möglich. Ich persönlich habe kein besonders inniges Verhältnis zu Tieren, bin kein Freund von Haustieren, die im Falle von Hund und Katze wiederum viel zu viel Fleisch essen, und nehme seltsamerweise in Kauf, dass ab und zu eines für mich eigentlich völlig sinnlos sterben muss. Ich sage seltsamerweise, weil es rein ethisch in keinster Weise zu rechtfertigen ist. Wir brauchen kein Fleisch, die Fleischproduktion - egal wie ökologisch sie auch ist - verbraucht Ressourcen, die wir eigentlich besser einsetzen könnten, sodass das Töten derjenigen Lebewesen, die uns als rationalen Wesen anvertraut sind, wirklich zutiefst egoistisch ist. So streitbar Richard David Precht auch ist, macht sein Buch 'Wer bin ich - und wenn ja wie viele?' durch ein einsichtiges Beispiel auf das perverse Vorgehen aufmerksam:

Man stelle sich vor, es kämen uns überlegene Wesen, nennen wir sie Aliens, auf die Erde. Sie denken sich, dass diese Menschen bestimmt gut schmecken würden und weil sie unzulängliche Wesen sind - über den Wahrheitsgehalt dieser Aussage kann man auch so nicht streiten - ist es auch völlig akzeptabel, wenn sie diese verzehren. Da sie wirklich gut schmecken, sperren sie die Menschen in Käfige, füttern sie täglich bis die Schlachtreife erreicht ist. Da die jungen Babys, am besten nur mit Muttermilch gesäugt, am zartesten sind, nehmen sie diese den Müttern weg und verspeisen sie mit Hochgenuss... 

Na ja, ihr habt es verstanden. Es ist pervers, ohne Zweifel. Denkt es weiter, informiert euch, befragt euch, ob wir so weitermachen können und entscheidet als unzulängliche Wesen gegen jegliche Vernunft. Verdrängt danach den Zweifel wieder. So mache auch ich es und beruhige mein Gewissen mit Fleisch von relativ glücklichen und möglichst älteren Tieren, mit der ganzheitlichen Verarbeitung und dem nur gelegentlichen Genuss. Doch ich könnte mehr tun, wenn ich meine tierischen Neigungen unterdrücken und auf die Vernunft hören würde...

Paprika-Rhabarber-Suppe mit Spargel-Einlage
Vorspeise für 3 Personen
  • 500g gelbe Paprika
  • 100g Rhabarber
  • 2 Schalotten
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 10g Ingwer
  • 400 ml Gemüsebrühe
  • 100ml Sahne
  • 1 Prise Zucker
  • 5 Stangen grüner Spargel
  • 1 EL Zitronensaft
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Prise Zucker
  • Salz und Pfeffer
Paprika von den Kernen und Innenwänden befreien, waschen und vierteln. Unter dem Backofengrill mit der Hautseite nach oben diese ungefähr 8-10 Minuten grillen bis sich schwarze Blasen bilden. Aus dem Backofen holen und abgedeckt erkalten lassen. Währenddessen Rhabarber schälen und in kleine Würfel schneiden, die Schalotten, den Knoblauch und den Ingwer grob hacken. Alles in etwas Olivenöl bei geringer Hitze vorsichtig anschwitzen. Währenddessen die Haut von den Paprika ziehen, das Paprika-Fleisch in kleine Würfel schneiden und ebenfalls kurz anschwitzen. Dezent salzen und Pfeffern, mit Gemüsebrühe aufgießen und in ca. 15 Minuten weich kochen. Sahne hinzugeben, kurz mitkochen und dann pürieren. Mit Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken.

Spargel waschen, das untere Drittel schälen, die Spargel-Köpfe abschneiden und den -schaft mit dem Sparschäler in dünne Streifen schälen. Diese mit Zitronensaft, Olivenöl, Zucker, Salz und Pfeffer ca. 10 Minuten marinieren. Währenddessen die Spargel-Köpfe in etwas Butter oder Olivenöl bei mittlerer Temperatur braten und ebenfalls mit je einer Prise Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken.

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