Donnerstag, 28. Mai 2015

Bihun goreng - gebratene Reisnudeln


Bihun ist nicht etwa eine Suppe aus zweiköpfigen Hühnern – ob das stimme, fragte mich einmal ein Freund telefonisch zu nächtlicher Stunde, weil er das von einer Bekannten gehört hatte, die auf den Scherz eines Koches hereingefallen war –, sondern es ist das indonesische Wort für dünne Reisnudeln. Reisnudeln wiederum sind nicht mit Glasnudeln zu verwechseln, welche aus Mungobohnenstärke hergestellt werden.

Im ersten Hotel in Bali gab es zum Frühstück immer gebratene Reisnudeln, also Bihun goreng. Ich zeige euch heute genau das Rezept aus dem Hotel, jedoch gibt es bei mir dazu Tofu und keine Garnelen wie im Original. Dabei wird der Tofu erst bei mittlerer Hitze separat mit Aromaten wie Knoblauch und Schalotten gebraten und nimmt später noch etwas vom Geschmack der Saucen auf. Auch den Pak Choi habe ich durch den ersten Spitzkohl der Saison ersetzt. Normalerweise wird in Indonesien eher mit gehackten Sellerieblättern garniert, jedoch muss ich meinen angebauten Kräutern zu Leibe rücken, die wie verrückt wachsen, weshalb ich glatte Petersilie genommen habe.

Dieses Gericht ist zugleich ein Zwischenziel auf meiner Suche nach den perfekten gebratenen Nudeln. Viele kennen wohl wie auch ich einige asiatische Imbisse, die leckere gebratene Nudeln machen, egal ob jetzt Pad Thai oder eine chinesische Version. Als ich mit dem Kochen begonnen habe, war es eins meiner ersten Projekte, solche Nudeln selbst zu produzieren, ohne Geschmacksverstärker zu benutzen. Ich bin immer gescheitert. Als ich nun das Kochbuch des Hotels geschenkt bekommen habe, war die Hoffnung wieder erweckt und tatsächlich ist die Sauce die perfekte Grundlage für gebratene Nudeln nach chinesischer Art, sodass sie auch für das bekannte Fusion-Gericht Bami goreng geeignet ist.


Bihun goreng
2 Personen
  • 200g Tofu
  • 2 Eier
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 2 Schalotten
  • 100g Reisnudeln, getrocknet
  • 1 Karotte
  • 1 Chilischote
  • 1 kleiner Pak Choi / ½ Kopf Spitzkohl
  • 50g Mungobohnensprossen
  • 2 EL Ketjap manis (süße Sojasauce)
  • 2 TL Ketjap asin (helle Sojasauce)
  • 2 TL Austernsauce
  • 2 Spritzer Sesamöl
  • 1 Limette
  • 1/2 Bund Petersilie / Sellerieblätter
  • Pfeffer und neutrales Öl
Den Tofu in gefällige Stücke schneiden und bei mittlerer Hitze mit einer in Scheiben geschnittenen Knoblauchzehe und wenigen Schalottenringen vorsichtig braten bis er von allen Seiten knusprig ist; mit Salz würzen und beiseitestellen. Die Eier mit einer Prise Salz verkleppern und zu einem nicht zu trockenen Rührei braten und ebenfalls bereitstellen.

Die Reisnudeln nach Packungsanleitung garen – meine musste man nur 2 Minuten in Wasser einweichen – und kalt abbrausen. Die Karotte in Julienne schneiden. Die Chilischote und zweite Schalotte in Ringe schneiden, die zweite Knoblauchzehe hacken. Mungobohnensprossen und Pak Choi waschen, jenen in gefällige Stücke schneiden. Ketjap manis, Ketjap asin, Austernsauce und Sesamöl mischen. Petersilie hacken.

Knoblauch, Schalotten, Karotten und Chili mit etwas neutralem Öl in den heißen Wok geben. Nach 30 Sekunden Tofuwürfel, Bihun, Pak Choi und Mungobohnensprossen hinzugeben und weitere 20 Sekunden braten. Sauce hinzugeben, zügig mischen, mit Pfeffer abschmecken, mit gehackter Petersile garnieren und mit Limettenvierteln zum Nachsäuern servieren.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen