Dienstag, 2. Juni 2015

Bunter Frühlingssalat mit Brezenknödeln


Nach dem Wochenende muss es im Hause Schnitzel oft Knödel oder Brotsalat geben, weil ich beim Bäcker wieder nicht widerstehen konnte und zu den üblichen 7 Laugenbrötchen noch zu viele andere Brötchen gekauft habe; ich denk in Bäckereien dann immer: „Hach, das rustikale Brötchen würde jetzt aber gut zu meinem Pastrami passen, das sich mir vorher beim Metzger aufgezwungen hat, das Vinschgauer wäre eigentlich perfekt zu meinem Bergkäse und dieses Roggenbrötchen wäre toll zum vegetarischen Aufstrich.“ Und schon sind wieder so viele Brötchen gekauft, dass sie niemand am Wochenende essen kann, weil es mir am Freitag auf dem Bauernmarkt ja genauso ging, sodass auch zahlreiche frische Zutaten zu verbrauchen sind.

Zu Wochenanfang sind dann also Reste zu verkochen und dann muss ich kreativ werden und kann mich nicht einfach nach meiner Nachkoch-Liste richten, die natürlich auch stetig länger wird, weil viel zu viele Blogs so tolle Gerichte kochen und ich ja auch selbst einen Plan habe, was ich noch verbloggen will. Ihr kennt das bestimmt.

Nun sollten die Brötchen also zu Knödeln werden. Wenn ich die mache, dann gibt es dazu oft einfach eine Pilzrahmsauce, doch die Jahreszeit für solche Gerichte ist vorbei, sodass eine Alternative her musste. Alfons Schuhbeck gehört zu den Fernsehköchen, die ich überhaupt nicht leiden kann, vor allem seit er Werbung für McDonalds gemacht hat, obwohl er gleichzeitig bei Lanz kocht! immer gepredigt hat, dass in Deutschland zu wenig auf gute Ernährung geachtet, womit er natürlich aber recht hat. Lanz kocht! habe ich trotzdem gern geschaut und dabei auch viel gelernt, wenig sogar von diesem Philister. Als ich nun also darüber nachgedacht habe, wie ich die Knödel sonst noch in ein Gericht einbauen könnte, habe ich mich daran erinnert, dass der besagte Schuhbeck diese mindestens einmal in einen Salat eingebaut hat, und die Entscheidung war gefallen.

Für den Salat habe ich Romanasalat und allerlei Frühlingsgemüse wie Spargel, Radieschen, die ersten Gurken und ein paar Cocktailtomaten verwendet, die leider noch aus dem Gewächshaus stammen dürften, aber die haben mich so angelacht. Den Spargel habe ich dabei gebraten und größtenteils lauwarm in den Salat gemischt, aus etwas grünem Spargel ist ein Pesto entstanden. Da auch die gebratenen Brezenknödelscheiben etwas Wärme abgeben, ist ein Salat mit stabiler Struktur zu empfehlen, der nicht gleich in sich zusammenfällt. Das Gericht fällt mit den Brezenknödeln in die Kategorie *Salat Plus*, die ich genauso liebe wie die „Erfinderin“ dieser Kategorie: Micha von grain de sel, meinem absoluten Lieblingsblog; Micha schreibt einfach unterhaltsam, hat dazu noch eine sehr reflektierte Haltung und pfiffige Rezepte.


Bunter Frühlingssalat mit Brezenknödeln
3 Personen

Brezenknödel:
  • 250g alte Laugenbrötchen /-brezeln
  • 1 Zwiebel
  • 2 EL Butter
  • 250g Milch
  • 3 Eier
  • Eine Prise Muskatnuss
  • 1 Bund glatte Petersilie
  • Salz und Pfeffer
Die Zwiebel fein hacken und in der Butter glasig dünsten. Währenddessen die Brötchen in Würfel schneiden und die Eier trennen. Die Milch mit dem Eigelb vermischen, in die Flüssigkeit Salz, Pfeffer und Muskatnuss einrühren. Das Milch-Eier-Gemisch über die Brötchenwürfel geben, die Petersilie hacken, hinzugeben und vorsichtig mischen. Die Masse 30 min ruhen lassen. Das Eiweiß schlagen und unterheben.

Ein Geschirrtuch auf der Arbeitsplatte ausbreiten und hitzebeständige Klarsichtfolie darüberlegen. Die halbe Knödelmasse in der Mitte der Folie platzieren und diese so einrollen, dass eine ‚Wurst‘ entsteht, die an den Enden zusammengebunden werden muss - man kann auch Alufolie statt der Serviette benutzen, jedoch stammt jene praktisch direkt aus der Umwelthölle, sodass dies zumindest für das gute Karma nicht zu empfehlen ist, auch wenn das Binden dadurch wegfällt, weil es so zugedreht werden kann. In siedendem Wasser werden die ‚Würste‘ nun für 40 Minuten gegart, um danach abzukühlen.

Dressing:
  • 2 TL Senf
  • 1 TL Honig
  • 3 EL neutrales Öl
  • 1 EL weißer Balsamico
  • 2 EL Creme fraiche
  • 3 Stängel Schnittlauch
  • Salz und Pfeffer
Den Schnittlauch in dünne Röllchen hacken und mit den restlichen Zutaten zu einem Dressing verrühren.

Pesto und Salat:
  • 300g weißer Spargel
  • 300g grüner Spargel
  • 1 Kopf Romanasalat
  • ½ Radieschen
  • 1-5 Minigurken, je nach Größe
  • 100g Cocktailtomaten
  • 20g Cashew-Nüsse
  • 10g geriebenen Parmesan
  • 30ml Olivenöl
Die Cashew-Nüsse rösten. Den Spargel schälen, in Stücke schneiden und bei recht hoher Temperatur braten bis sich die gewünschten Röststoffe gebildet haben. Mit Salz, Zucker und Pfeffer würzen und mit etwas Wasser ablöschen und bissfest dünsten. Etwas grünen Spargel (ungefähr eine Stange) mit den gerösteten Cashews, dem Parmesan und Olivenöl in einem Blender zu einem Pesto mixen.

Den Salat und das Gemüse waschen und in gefällige Stücke schneiden. Kurz vor dem Servieren alles Gemüse mit dem Dressing vermischen, die Serviettenknödel in Scheiben schneiden und in wenig Butter knusprig braten.


Quelle Serviettenknödel: chefkoch

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen