Montag, 1. Juni 2015

Sate babi - oder: Erdnusssauce überflüssig


Wenn man Sate hört, denkt man hier in Europa gleich an Erdnusssauce, die es auch in Indonesien tatsächlich zu manchen dieser Spießchen gibt, doch bei diesen ist sie vollkommen überflüssig, weil der klein geschnittene Schweinehals über Nacht in einer äußerst aromatischen Marinade zahlreiche Aromen aufnimmt, die durch Erdnussauce nur übertönt würden. Zu den Spießchen gibt es bei  mir also nur etwas Sambal tomat, sodass jeder bestimmen kann, ob er scharf essen will; die Säure der Tomaten harmoniert auch wunderbar mit den süßen Spießchen. Wer nicht auf die Erdnuss verzichten will, dem sei beispielsweise ein Gado-Gado ans Herz gelegt, das ich bei Gelegenheit auch einmal zubereiten muss.

"Süß, bei einem Hauptgang, spinnt der wieder?", werden viele denken, aber wie das Babi ketjap vom letzten Wochenende - babi bedeutet einfach Schwein - handelt es sich hierbei um ein Gericht, das aufgrund seiner Süße für manchen europäischen Gaumen zwar gewöhnungsbedürftig sein könnte, jedoch typisch indonesisch ist. Die Erfahrungen zeigen aber, dass sie den meisten Menschen gut schmecken, meine Schwiegermutter ist damit immer der Star auf jeder Party, denn das Rezept stammt mal wieder von ihr. 

Auch ich mochte die Spießchen von Anfang an. Ich habe sie das erste Mal gegessen, als ich mit meiner Freundin noch gar nicht so lange zusammen war und ich ihre Eltern auf einer Gartenparty praktisch kennenlernte. Auf der Gartenparty gab es gleich die volle Dröhnung. Es waren einige Indonesier da und irgendwann saßen alle an einem runden Tisch und feixten, diskutierten und tratschten über Kreuz in einem sprachlichen Misch-Masch aus Indonesisch, Deutsch sowie etwas Englisch und das in einer Geschwindigkeit, dass ich es nicht mal in Deutsch zu verstehen vermocht hätte; dass es hauptsächlich um Essen ging, war aber ersichtlich. Einerseits war genau das zwar irgendwie verrückt, weil alle Bäuche schon wohl gefüllt waren und trotzdem nebenher Krupuk geknabbert wurde, doch andererseits war es mir auch gleich sympathisch wie das wahrscheinlich auch bei vielen von euch der Fall wäre. Denn das ist es ja, was die Foodie-Welt zusammenhält: die Liebe zum Essen! Und diese verschwindet nicht mal zeitweise durch ein Sättigkeitsgefühl.

Da die Sate am besten über Kohle gegrillt werden, passt das Gericht auch wunderbar zum aktuellen Blogevent von Zorra von kochtopf.me, das in Kooperation mit Sandra von From-Snuggs-Kitchen durchgeführt wird.

Blog-Event CIX - it's BBQ-time! (Einsendeschluss 15. Juni 2015)

Sate babi - indonesische Schweifleischspießchen
4 Personen

     
                                    
          • 1 kg Schweinehals
          • 10 Kemiri
          • 4 Zitronengras
          • 1 Stück Galgant, daumengroß
          • 2 EL Korianderpulver
          • 8 Schalotten
          • 5 Zehen Knoblauch
          • 50g Gula jawa
          • 100 ml Ketjap manis
          • 2 EL Ketjap asin
          • Salz und Pfeffer
          • 10 Kaffirlimettenblätter
          • 1 Stück Tamarindenpaste, daumengroß
          • 1 Limette
          • Sate oder Schaslikspieße
Kemiri mit der flachen Messerschneide zerdrücken und in einer Pfanne rösten. Die geröstete Kemiri mit Zitronengras, Galgant, Korianderpulver, Schalotten, Knoblauch, Ketjap manis und Ketjap asin, einer Prise Salz und Pfeffer in einem leistungsstarken Blender zu einer glatten Paste mixen. Gula jawa, Kaffirlimettenblätter und Tamarindenpaste hinzugeben und die Flüssigkeit auf dem Herd auf kleiner Flamme 45 min vorsichtig köcheln und dann abkühlen lassen. Die Paste ist nun sehr dick.

Den Schweinehals in Würfel mit 2cm Kantenlänge schneiden, die Holzspießchen in Wasser einweichen, dass sie auf dem Grill später nicht so schnell verbrennen. Die Fleischwürfel mit der abgekühlten Marinade vermischen und über Nacht im Kühlschrank marinieren. 

Kurz bevor das Fleisch nun auf Spießchen gesteckt wird, den Saft einer Limette mit dem eingelegten Fleisch vermischen. Fleischwürfelchen auf die Spieße stecken und bei hoher Temperatur grillen. 

Selamat makan!

Bei mir gab es heute den überragenden Avocado-Coleslaw von Chef Hansen dazu

1 Kommentar:

  1. Über fehlende Erdnusssauce ist mit mir nur schwer zu verhandeln ;)

    Aber Ausnahme bestätigen ja die Regel und ich lasse mich auch gerne eines besseren belehren. Süss zu deftig liebe ich und deshalb schon mal vielen Dank für das schöne Rezept und die Teilnahme beim Event!

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